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Brüssel 2010

Tagebuch

 

Methodisch-didaktische Auswertung


I. Tagebuch

Ein Tagebuch, in dem die wichtigsten Punkte der Studienfahrt zusammengestellt sind, eignet sich hervorragend für eine Fahrt mit Schülern. Es dient der

  • örtlichen Orientierung (Stadtplan, Öffentliche Verkehrsmittel), der
  • inhaltlichen Orientierung (Informationen, Ergänzungen) und der
  • Ergebnissicherung der einzelnen Stationen/Tage der Studienfahrt;


es ist zudem geeignet für die

  • Gesamtreflexion der Fahrt, da die SuS hier ihre eigenen Eindrücke notieren und Beobachtungsaufgaben zu erledigen haben.


Für den Einsatz mit Schülern bietet es sich an, sie (abhängig von Reife und Klassenstufe) die Gestaltung des Tagebuchs selbst durchführen zu lassen.

Am Tagesende könnten die SuS anhand der Arbeitsblätter eine kurze Reflektion vornehmen. Sie dokumentieren somit ihre Erlebnisse und Eindrücke und können u.a. auch gestalterisch wirken (Bilder zeichnen, Eintrittskarten einkleben).

Der Lehrer kann das Tagebuch am Ende der Studienfahrt einsammeln und die erledigten Beobachtungsaufträge und Aufgaben überprüfen. Das Tagebuch kann aber auch als Grundlage einer gemeinsamen Reflexion nach der Studienfahrt dienen und die Erfahrungen der SuS können ausgetauscht werden. Eventuell regt das Tagebuch zu einer Weiterführung im Alltag an.


II. Methodisch-didaktische Überlegungen zu den „freien“ Programmpunkten


1. Stadtspaziergang

Der geführte Stadtspaziergang am Dienstagabend wurde zunächst von Referendaren geleitet. Dies bot den Vorteil einer individuellen Gestaltung der Länge des Spaziergangs (Verkürzung der späten Ankunft geschuldet). Die Informationen waren auf die Bedürfnisse der Gruppe abgestimmt. Im Vorfeld sollte die Präsentation der wichtigsten Sehenswürdigkeiten an SuS der Klasse verteilt und diese somit in die Gestaltung des Stadtspaziergangs einbezogen werden. Dies erfordert dennoch eine relativ gute örtliche Orientierung der begleitenden Lehrkörper. Wäre dies nicht der Fall, müsste hierfür eventuell ein ortskundiger Stadtführer angeheuert werden.
Nach einer erforderlichen Pause, die von den Referendaren zum Abendessen genutzt werden konnte, wurde die Leitung des Spaziergangs von einer einheimischen Brüsslerin übernommen, die die Gruppe ca. eine Stunde durch die Stadt führte und Insider-Tipps über die Stadt gab. Mit SuS ist nach der langen Anfahrt ein Stadtspaziergang bis 23.30 Uhr sicherlich nicht möglich und sollte nach individuellen Bedürfnissen der Gruppe abgestimmt werden.

  • Die Idee, die Stadtführung oder den Stadtspaziergang an eine etwa gleichaltrige Brüsslerin zu übergeben, stellt sich als sehr empfehlenswert für zukünftige Studienfahrten heraus. Für SuS bietet es einen Anreiz, sich die Stadt von jemandem zeigen zu lassen, der die gleichen Interessen und Vorlieben hat. Diese Idee wird bereits in einigen Städten verwirklich, wie z.B. in Berlin (http://www.wirsindberlin.eu/index.php/stadttouren.html), wo SuS, die etwa gleich alt sind, Schulklassen ihre Sicht von Berlin-Kreuzberg vermitteln und Stadtführungen anbieten.

2. Freier Abend

Der Mittwochabend stand zur freien Verfügung. Die Referendare bildeten selbstständig Gruppen, die verschiedene Stadtteile von Brüssel erkundeten oder vor Ort zu Abend aßen.
Mit SuS sollten konkrete Vorschläge für die Abendgestaltung gemacht werden, die jedoch unterschiedliche Interessen berücksichtigen sollten. Auch müsste sicher gestellt sein, dass einzelne SuS nicht allein im Hotel zurückbleiben oder von Gruppen ausgeschlossen werden. Es würde sich anbieten, z.B. drei Listen mit den unterschiedlichen Aktivitäten anzufertigen und eine verbindliche Anmeldung der SuS zu fordern. Des Weiteren ist die (freie) Abendgestaltung vom Alter der Schülerinnen und Schüler abhängig.

3. Plage/ Beach

Am Donnerstagabend ging die Gruppe gemeinsam zu „Brüssel Plage“. Der Plage von Brüssel eignet sich auch für einen gemeinsamen Abend mit älteren SuS, mit denen man hier verschiedene Sommersportarten ausprobieren könnte: auf einem Gelände mit ca. einem Kilometer Länge verteilen sich verschiedene Imbissbuden und Stände, Beachvolleyball–Felder und Strandbars. Der Plage hat bis 22 Uhr geöffnet und ist so für eine gemeinsame Abendgestaltung mit älteren SuS geeignet. Für Minderjährige SuS ist der Besuch weniger empfehlenswert, da er ein großes Angebot an alkoholhaltigen Getränken bietet.

4. Chez Leon

Geplant war ein gemeinsames Essen als Abschluss der Studienfahrt, das Gelegenheit bieten würde, über das gemeinsam Erlebte zu reflektieren und ein Resümee der Fahrt zu ziehen. Leider konnte uns das Restaurant keinen abgeschlossenen Raum bieten und es gab auch keinen gemeinsamen Tisch für die ganze Gruppe. So musste die Reflexion nach dem Essen stattfinden.
Für eine Fahrt mit SuS biete es sich an, einzelne Mahlzeiten gemeinsam einzunehmen. So können die betreuenden Lehrkräfte sicherstellen, dass sich die SuS gesund und ausgewogen ernähren. Dies spielt vor allem für Klassenfahrten mit jungen SuS eine wichtige Rolle. Das gemeinsame Essen stellt auch ein Ritual dar, dass der Geselligkeit dient, aber auch zu einer Erziehung zum Essen in Ruhe und Bewusstsein führen soll. Eine gemeinsame Abschlusszeremonie ist ein unverzichtbarer Bestandteil einer Studienfahrt.

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