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Projekt - Wien 2

Jugendstil in Wien - eine Rallye


Inhalt:

1. Informationen zur Anfahrt

2. Die Stationen der Rallye

3. Bemerkungen

4. Literatur

5. Materialien zum Download


1. Informationen zur Anfahrt

Die Tour zum Thema Jugendstil in Wien ist für Gruppen à vier Personen vorgesehen und beginnt an der U-Bahnstation Kettenbrückengasse (Linie U4). Wenn man in Richtung Naschmarkt aussteigt, gelangt man durch ein – zur Einstimmung bestens geeignetes – im Jugendstil gebautes Stationshaus ins Freie, wo sich gut sichtbar linkerhand die Wienzeilenhäuser erheben. Hier liegt die erste Station der Rallye. Ein Stadplan zum Thema Jugendstil, auf dem die einzelnen Stationen der Tour verzeichnet sind, findet sich bei Podbrecky (siehe Literaturverzeichnis).

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2. Die Stationen der Rallye

a) Wienzeilenhäuser:

Zu Beginn erhalten die Schüler durch den Lehrer oder durch einen Schüler einige grundlegende Informationen zu dem Begriff Jugendstil, den Merkmalen des Jugendstils in der Architektur (Verwendung von neuen Materialien, neue Oberflächen- und Dekorgestaltung; Einbeziehen der Kunst ins Alltägliche) und dem Architekten der Wienzeilenhäuser Otto Wagner. Danach wird den Schülern ein AB ausgeteilt, auf welchem sich eine Skizze der beiden Mietshäuser befindet. Als Arbeitsauftrag sollen die ‘jugendstilistischen’ Merkmale der beiden Häuser ergänzen.

Fußweg ca. 10 Minuten

b) Haus der Secession:

Auch hier erfolgt zunächst ein vom Lehrer oder von Schülern vorbereitetes Kurzreferat, das folgende Punkte umfassen sollte: Die Secession als Bewegung – Herkunft des Wortes/ Anlehnung an die Antike – die Zeitschrift Ver Sacrum – Ziele der Secession – das Gebäude: die Architektur und seine Nutzung – entrückter Ästhetizismus contra Historismus in der Malerei – Klimt und Makart. Im Anschluss können die Gruppen das AB bearbeiten.

Fußweg ca. 10 Minuten

c) Das Palmenhaus:

Das Palmenhaus ist an den Komplex Hofburg angegliedert. Da diese Glas-Eisen-Konstruktion, die 1899 als kaiserlicher Wintergarten erbaut wurde, heute neben dem Schmetterlingshaus auch eine Brasserie bzw. ein Cafe beherbergt, bietet es sich für eine "kreative Pause" an. Es besteht die Möglichkeit, online über www.palmenhaus.at Plätze im Restaurant- oder im Loungebereich reservieren zu lassen. Alternativ könnte man eventuell auf der umgebenden Mauer oder im angrenzenden Park Platz nehmen, von wo man die Kuppelarchitektur von Außen betrachten und das Cafetreiben beobachten kann. Ein paar grundsätzliche Informationen zur Architektur des Palmenhaus sollten durch den Lehrer oder durch ein Kurzreferat eines Schülers zu Beginn gegeben werden. (Mögliche Querverweise auf die Entstehung des Hofburg-Komplex.) Der Impuls an dieser Station und für die Kreativaufgabe ist die Mode um 1900. Als Einstieg und verbindendes Glied zur Architektur eignet sich das auf dem Arbeitsblatt abgedruckte Zitat von Hundertwasser: "Der Mensch hat drei Häute: Er wird in der ersten geboren, die zweite ist sein Kleid und die dritte ist die Fassade seines Hauses." Neben dem Arbeitsblatt, das wahlweise zur Lektüre ausgegeben oder in Kombination mit dem zusätzlichen Informationsblatt als Impulsreferat vorgetragen werden kann, sind auch Anschauungsmaterialien in Form von Accessoires, Hüten oder ähnlichem denkbar, um es den Schülern zu erleichtern, sich in die Zeit um 1900 zu versetzen.

Fußweg ca. 15 Minuten

d) Die öffentlichen Toiletten:

Wilhelm Beetz erbaute 1904 die erste unterirdische Bedürfnisanstalt in Wien. An dieser Station können zwei Aspekte mit den Schülern thematisiert werden: Zum einen bietet es sich an, einen kurzen Überblick über die Geschichte des Berliner Kaufmanns Johann Gottlieb Wilhelm Beetz zu geben, der 1880 beim Magistrat von Wien eine Genehmigung für die Errichtung so genannter "Bedürfnisanstalten für Personen beiderlei Geschlechts" beantragte. Die Bedürfnisanstalt am Graben zählt zu den kuriosesten technischen Bauten in Wien, gleichzeitig ist sie aber auch ein großartiges Zeugnis der belle époque, deren Prunk sich auch am Örtchen entfaltete: Dieser zweite Aspekt soll von den Schülern anhand eines Vergleichs mit einem Auszug aus Hofmannsthals Märchen der 672. Nacht (1895) (siehe AB) erarbeitet werden.

Fußweg ca. 5 Minuten

e) Das Loos-Haus:

Bevor die Schüler das AB zum Loos-Haus bearbeiten, kommt wieder ein kurzer Impuls, der je nach Konzeption vom Lehrer oder von vorbereiteten Schülern geleistet werden muss. Folgendes sollte den Gruppen bekannt gemacht werden: Adolf Loos – Tradition und Moderne in seiner Architektur – Wegbereiter der Moderne – das Loos-Haus als Haus für Herrenschneider – der Skandal (nur ansatzweise). Damit ist die Jugendstilrallye zu Ende. Man kann nun in der Herrengasse wieder in die U-Bahn steigen.

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3. Bemerkungen

Wenn man die Konzeption der Tour wie hier vorgeschlagen beibehält, sind Vorarbeiten in der Schule nicht notwendig. Wenn die kurzen Informationsinputs zu Beginn der Stationen nicht gewünscht werden, muss dies allerdings vorher in der Schule vermittelt werden. Alle Stationen wird man vermutlich in keinem Fall mit Schülern am Stück begehen können. Es handelt sich demnach hier um einen Vorschlag, bei dem der Lehrer 2 -3 Stationen auswählen sollte (oder etwa nur das Palmenhaus allein). Die ganze Tour benötigt mit Schülern sicher einen vollen Exkursionstag (mit Pausen) und wäre höchstens einer Kunstklasse anzuraten.

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4. Literatur

  • Podbrecky, I.: Wiener Jugendstil. Gehen & Sehen. 4 Routen – von Hoffmann bis Wagner, von Postsparkasse bis Secession (Falters City walks 1). Wien (Falter) 2004.
  • Die Wiener Moderne 1890 – 1910. Herausgegeben vom Bundespressedienst Österreich. Wien (o. Verlag) 1999.
  • Wehdorn, M.: Die Bautechnik der Wiener Ringstraße. Mit einem Katalog technischer Bauten und Anlagen in der Ringstraßenzone, 230 Bildtafeln und 5 Übersichtsplänen sowie 1 Faltplan (Die Wiener Ringstraße 11). Wiesbaden (Franz Steiner Verlag) 1979.

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5. Materialien zum Download

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